Im November waren Journalisten aus verschiedenen Ländern zu Gast beim niederländischen Fischsektor. Ihr Besuch begann im Fischerort Den Oever, wo sich die Journalisten mit nachhaltiger Fischerei im Wattenmeer vertraut machen konnten.
Das Wattenmeer ist ein geschütztes Naturgebiet. Die Fischer benutzen hier Fangtechniken, die Natur und Umwelt möglichst wenig beeinflussen, wie Stellnetze oder Reusen. Diese Art der Fischerei ist nicht nur nachhaltig sondern liefert auch hervorragende Fischqualität, die das Siegel ‘Waddengoud’ (Wattengold) verdient. Es handelt sich um Fischarten und Meeresfrüchte wie Meeräsche, Wolfsbarsch, Nordseegarnelen, Muscheln, Scharbe, Stint und Roter Knurrhahn.
Von Den Oever aus reisten die Journalisten nach Friesland. Bereits im 14. Jahrhundert verschifften holländische Händler aus dieser Provinz im Norden der Niederlande lebende Aale über das Meer nach London. Noch immer wird Aal aus den Niederlanden exportiert.
Die Holländer kennen sich aus mit dem Räuchern von Fisch, früher war das eine gute Art, ihn zu konservieren. Heute wird Fisch geräuchert, weil für die Verbraucher im In- und Ausland geräucherter Aal, Makrele oder Hering zur echten Delikatesse geworden sind. Der Räuchervorgang hat sich nicht geändert, noch immer wird Fisch über einem Feuer aus reinem Eichen- oder Buchenholz geräuchert, erfuhren die Journalisten bei ihrem Besuch in einer sehr modernen Räucherei.
Die Journalisten besuchten in Friesland unter anderem auch ein Aalmuseum. Außerdem informierten sie sich über die heutige Aalfischerei und den Handel, so auch über ’Future For Eel’, eine aktuelle Initiative von niederländischen Aalfischern, Züchtern und Verarbeitern, die mit einem gemeinsamen Maßnahmenkatalog zum Erhalt des Aalbestandes beizutragen wollen:
- Förderung wissenschaftlicher Untersuchungen;
- Initiierung von Projekten wie dem Besatz mit Blankaal;
- Aufklärung der Verbraucher über nachhaltig produzierten Aal und verantwortungsvollen
Konsum;
- Beratungen mit gemeinschaftlichen Organisationen, Behörden und anderen Interessengruppen;
- Gründung von Fonds um diese Projekte zu finanzieren;
- Verbreitung dieser Aktivitäten über die Landesgrenzen hinaus.
Die Pressereise fand ihren Abschluss auf Urk, seit Jahrhunderten ein bedeutender Fischereistandort in den Niederlanden. Für etwa ein Viertel der niederländischen Plattfisch- und Rundfischflotte ist Urk der Heimathafen. Nach Fertigstellung der Deichanlagen ist Urk nicht mehr für alle Schiffe erreichbar. Große Fischereischiffe legen in anderen Nordseehäfen an. Der Fisch wird dann per Lkw über die Straße zur Auktion nach Urk gebracht. Hier wird der Fisch sortiert und dann verkauft. Der größte Teil des verauktionierten Fischs geht in die gut einhundert Fisch verarbeitenden Betriebe auf Urk. Von Urk aus wird der Fisch in alle Teile der Welt exportiert.
