Kontakt

Holländisches Fischbüro in Deutschland c/o Seidl PR & Marketing
Ruhrtalstraße 52
45239 Essen
Deutschland
Tel.: +49 (0) 201 894 58 89-0
hollaendischesfischbuero@seidl-agentur.com
www.matjes.de

  Seafood from Holland - Das Prinzip Zusammenarbeit

Vom Fischer bis zum Exporteur stehen Qualität, Moderne und Verantwortung im Mittelpunkt

"An Bord sind alle verantwortlich". Für dieses Prinzip gibt es in der niederländischen Tradition der Fischer und der Fischwirtschaft einen Begriff: Maatschap. Maat, das ist der Freund und Gefährte, eine Maatschap ist also eine freundschaftliche Zusammenarbeit, die gemeinsamen Interessen dient.

Dies ist das Zauberwort, mit dem es gelingt, in Holland die größte und wichtigste Fisch- und Seafood-Drehscheibe Europas einzurichten. Die Niederlande sind heute der bedeutendste europäische Marktplatz für Seafood. Aus Holland kommen die Waren, die in ganz Europa gehandelt werden.

Vom Fang über die Verarbeitung bis zum Export, der mittlerweile die 2 Milliarden-Euro-Grenze deutlich überschritten hat, stehen dabei die Qualität der Verarbeitung und des Produkts, die Modernität des immer wieder Veränderns und Verbesserns und die Verantwortung von Jedem für Jeden im Mittelpunkt.

Holland ist einer der größten Versorger Europas, wenn es um Fisch und Meeresfrüchte geht - Fischer, Auktionen, Verarbeiter, Exporteure - alle versorgen auf modernste Weise mit Fisch und Meeresfrüchten, die in der Regel gar nicht mal von den eigenen Küsten stammen.

Denn Holland importiert für etwa 1,4 Milliarden Euros Fisch und exportiert für über 2 Milliarden Euros - so man sieht, eine echte Drescheibe. Warum das klappt? Die Holländer setzen auf Zusammenarbeit.

Verantwortung beginnt an Bord

Hollands Fischer haben aus ihren Fangschiffen, sei es nun ein prächtiger Baumkurren-Kutter mit modernster Ausstattung für den Plattfischfang, oder ein Krabbenfänger, schlagkräftige moderne Fahrzeuge gemacht. Plattfisch, Nordsee-Garnelen, ein wenig Kabeljau und natürlich der Hering für den Matjes, das sind Hollands "goldene" Fischarten.

Heute sieht es an Bord ganz anders aus, als man es in alten Tagen gewohnt war. Es herrscht, wie überall in Europa, HACCP. Das ist das amerikanische Hygiene-Kontrollsystem, das zum weltweiten Standard wurde. "Hazard Analysis and Critical Control Points" - das bedeutet, locker übersetzt, dort wo etwas schief gehen kann, sollte man rechtzeitig Vorsorge tragen und beständig nachprüfen.

Alle sorgen dafür. Kurze Schleppzeiten, reiner Edelstahl in den Fischräumen unter Deck, auch die Kisten werden nicht zu hoch beladen, so dass die Fische nicht gedrückt werden. Skipper und Mannschaft arbeiten Hand in Hand, um Qualität zu produzieren.

Das gilt auch für die Ressourcenschonung, zu der sich Hollands Fischerei mittlerweile einhellig bekennt. So werden während der Laichzeiten von Scholle und Seezunge in den ersten Monaten des Jahres keine Fänge mehr getätigt. Man will sich ja nicht die Zukunft ruinieren.

Holland hat ein Quoten-Verteilungssystem etabliert, das sich am Prinzip der Maatschap, der Gemeinsamkeit der Verantwortung und Nutzung orientiert. Rund 30.000 Tonnen Nordsee-Scholle, 15.000 Tonnen Seezunge, 2.500 Tonnen Steinbutt und weitere 15.000 Tonnen an anderen Plattfischen (Glattbutt, Kliesche, Flundern) sowie 4.800 Tonnen Kabeljau, 30.000 Tonne Makrele und 2.000 Tonnen Wittling werden nach einem besonderen System verteilt.

Man bricht die Quoten auf die verschiedenen Fischerei-Genossenschaften an der Küste herunter. So erhalten die Fischer von Urk, Ijmuiden, Scheveningen oder Den Helder jeweils eine für ihre Fanggemeinschaft bestimmte Quote, die sie nach eigener Verantwortung auf ihre Mitglieder verteilen.

Auf der Auktion definierte Kontrolle

Auch Hollands Auktionssystem sucht seinesgleichen auf der Welt. Die Auktionen liegen an der Küste direkt an der See und können so schnell auf frische Fänge reagieren. Sie sind heute vielfach vernetzt mit Auktionen anderer europäischer Länder und arbeiten auf dem modernsten Standard. Die größten der insgesamt elf Auktionen sind Urk, Den Helder und Ijmuiden. Urk wurde bekannt durch den Plattfisch, Den Helder auch für Nordseegranelen und Ijmuiden als große Weißfischauktion für Nordsee-Fänge.

Hollands Auktionen sind modernst ausgestattet, gerade hat man beschlossen, weitere Kühlsysteme in den Auktionen zu installieren, die den Fang gleich bei den optimalen Temperaturen halten und die gesamten Räume unter kontrolliertes Klima setzen.

Fisch wird in der EU nach drei Kategorien beurteilt. E steht für die extra-beste, A für die gute Ware, B ist akzeptable Ware. Holland aber geht einen Schritt weiter. Man führte ein differenziertes A-System ein und unterscheidet A1, A2, A3 und so weiter. Das soll den Käufern eine noch genauere Qualitätsbeurteilung und eine noch genauere Auswahl bieten.

Neben der Überwachung der Qualitäten und der Beurteilung der Fänge haben die Kontrolleure die Aufgaben des RIVO vorzunehmen, eines Veterinärdienstes, der auch die technische Qualität der Anlandungen festsetzt.

Verarbeitung nach modernsten Kriterien

Verarbeitung ist in Holland doch Hexerei. Man kann das besonders gut in Urk beobachten. Direkt im Umfeld der Auktion befinden sich die Verarbeiter von Plattfisch. Sie bekommen ihre frische Ware im besten Zustand von der Auktion geliefert und machen daraus in Windeseile die unterschiedlichsten Produkte. Das begann einst mit den einfachen tiefgekühlten Schollenfilets und geht heute bis zu den ausgefeiltesten Convenience-Produkten, die in der Mikrowelle zubereitet, fast in Sekunden verzehrfertige Gerichte anbieten.

Hollands Verarbeiter haben viel investiert, um inzwischen eine der modernsten und schlagkräftigsten Fisch- und Seafood-Verarbeitungsriegen an ihrer Küste aufzureihen. Vom Plattfisch über die Garnelen-Verarbeitung aus aller Welt bis hin - natürlich - zu Matjes und anderen Heringsprodukten dominiert Hollands Verarbeiterschaft mit ihren Produkten den europäischen Markt.

Doch nicht immer mit holländischen Fängen. Und so nimmt beispielweise der Hafen von Rotterdam auch dafür eine wichtige Schlüsselposition ein. Er ist der Versorgermarkt - obwohl ohne Auktion - für Seafood aus aller Welt, das Hollands Verarbeiter und auch die vielen Makler und Exporteure, die hier beheimatet sind, in ganz Europa verteilen.

Fast 450.000 Tonnen gefrorene und frische Fische- und Fischwaren gehen durch dieses riesige Hafen-Eingangstor pro Jahr. Rotterdam ist damit einer der größten Fischereihäfen geworden, der Ware aus aller Welt anbietet, insbesondere eine breite Riege Shrimps, die von überall hier angelandet und in Holland weiterverarbeitet werden.

Es gibt aber auch vieles, das durch die Luft die Verarbeiter und Makler erreicht. So zum Beispiel frischer Fisch aus Afrika und Asien. Holland machte unter Anderem den Victoria-Barsch in Europa bekannt oder auch den Tilapia, den exotischen Buntbarsch, der heute aus Ecuador und aus Afrika und Asien in Holland ankommt und von hier aus den Verbraucher in ganz Europa erreicht.

Holland hat sich als Frischelieferant in Europa einen Namen gemacht - besonders mit Fisch und Meeresfrüchten.

Seafood aus aller Welt für ganz Europa

Hollands Großhandel und Export schickt Seafood durch alle Welt. Aber Europa ist der wichtigste Markt. Vor der Haustür werden die guten Verbindungen genutzt, denn hier liegen die Märkte, die mit Millionen von Konsumenten nur darauf warten, mit Bestem aus den sieben Meeren versorgt zu werden.

Man gehört zu einem Sektor, dem Fischsektor, und man ist stolz, es nach außen zu zeigen und gemeinsam an der Entwicklung von Märkten zu arbeiten.

Das gilt für fast alle niederländischen Produkte von Matjes bis Plattfisch und der Nordsee-Krabbe, die inzwischen Holland zur Marktführerschaft in diesem Bereich in Europa führte.

Beständig arbeiten die Verarbeiter und Exporteure an neuen Produkten und Produktformen. Oder sie schließen sich zu Vermarktungs-Gemeinschaften zusammen, um Europa und die Welt noch besser mit Produkten aus ihrem Land versorgen zu können. Wer einmal in Holland Fisch gegessen hat, der weiß, mit wie viel Freude und Spaß das auch verbunden ist.

Herby Neubacher

<